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Fachbereich 42 - Naturschutz


Kennzeichnungspflicht

Der Bundesgesetzgeber fordert bei etwa 60 Prozent der Reptilien und zirka 95 Prozent der geschützten Vogelarten die Kennzeichnung der Tiere, um sie als Eigentum des Besitzers eindeutig erkennen zu können. Mit Hilfe der Kennzeichnung ist nachvollziehbar, welches Tier vom Halter bei der Naturschutzbehörde angemeldet wurde. Bei Kontrollen ist somit mittels Kennzeichnung erkennbar, dass es sich um die gemeldeten Tiere handelt.

Für die Kennzeichnung sind die Kennzeichnungsmethoden zu verwenden, die in Anlage 6 Spalte 2 bis 6 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) mit einem Kreuz (+) bei den jeweiligen Tierarten bezeichnet sind, sowie für Vogelarten der offene Ring gemäß nachfolgender Rangfolge. Sind nach vorhergehenden Satz mehrere Kennzeichnungsmethoden vorgesehen, sind die Tiere mit einem Kennzeichen in der folgenden Rangfolge zu versehen:
  1. gezüchtete Vögel vorrangig mit dem geschlossenen Ring;
  2. Vögel, die nicht unter Nummer 1 fallen, vorrangig nach Wahl des Halters mit dem offenen Ring oder dem Transponder, ansonsten mit der Dokumentation;
  3. Säugetiere vorrangig mit dem Transponder, ansonsten mit der Dokumentation oder mit sonstigen Kennzeichen;
  4. Reptilien vorrangig nach Wahl des Halters mit dem Transponder oder der Dokumentation.

Änderung der Kennzeichnung
Die Kennzeichnung mit einem Transponder scheidet aus, soweit die Tiere weniger als 200 Gramm, bei Schildkröten weniger als 500 Gramm, wiegen oder ein solches Gewicht nicht erreichen können. Das Absehen von der jeweils als vorrangig bezeichneten Kennzeichnungsmethoden bedarf der Zustimmung des Landratsamtes Forchheim. Dieses kann das Absehen von den als vorrangig bezeichneten Kennzeichnungsmethode zulassen, wenn diese wegen körperlicher oder verhaltensbedingter Eigenschaften der Tiere einschließlich des Unterschreitens der oben genannten Gewichtsgrenzen nicht angewandt werden können.

Hinweise zu den Ringen
Ringe müssen eine Größe aufweisen, dass sie nach vollständigem Auswachsen des Beines nur durch Zerstörung des Ringes oder Verletzung des Vogels entfernt werden können. Dazu sind grundsätzlich Ringe der in Anlage 6 Spalte 3 vorgegebenen Größe zu verwenden. Von den Vorgaben im vorhergehenden Satz kann für Vögel bestimmter Rassen oder Populationen abgewichen werden, soweit die Verwendung von Ringen der dort genannten Größe entweder zu Verletzungen beim Vogel führt oder - abweichend vom ersten Satz - ein Entfernen des Ringes möglich ist.

Hinweise zur Dokumentation
Eine Dokumentation muss eine zeichnerische oder fotografische Darstellung individueller Körpermerkmale enthalten, die eine Identifizierung ermöglicht. Diese Darstellung ist zu ergänzen um eine Beschreibung des Tieres, die zumindest Angaben umfassen muss zu Größe und Länge, Gewicht, Geschlecht und Alter, sowie eine Beschreibung vorhandener Besonderheiten. Die Dokumentation ist in solchen Zeitabständen zu wiederholen, dass mögliche Änderungen der Körpermerkmale nachvollziehbar sind. Eine Mehrfertigung der ersten Dokumentation hat der Halter der Anzeige nach § 7 Abs. 2 beizufügen, weitere Dokumentationen sind den nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Verlangen vorzulegen.

Ausgabe von Kennzeichen
Für die Kennzeichnung nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) sind nur Ringe und Transponder zu verwenden, die von den nachstehenden Vereinen ausgegeben werden:

  1. Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V.
  2. Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V.

Ausgegebene Artenschutzringe müssen eine Beschriftung nach Maßgabe der Anlage 7 der Bundesartenschutzverordnung aufweisen.

Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V.
Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V.



[ Aufgabenbereiche > Natur & Umwelt > Naturschutz ]