Das Ich verreist – Bewegendes Theater über das langsame Verschwinden der Erinnerung

Quelle: Pflegestützpunkt

Ein stiller Abend, der nachhallt: Im Kulturraum St. Gereon zeigte das Theater Das Baumann aus Kulmbach sein Stück „Das Ich verreist“ – ein eindrucksvolles, tief berührendes Stück über das Vergessen und die Veränderung, das die Krankheit Alzheimer mit sich bringt.

Der Saal war mit rund 90 Besucherinnen und Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt, und doch herrschte eine fast greifbare Stille – jene Art von Stille, die entsteht, wenn ein Publikum vollkommen gebannt ist. Zwei Schauspielerinnen verkörperten gemeinsam „das Ich“ – jenes fragile Selbst, das sich im Verlauf der Erkrankung langsam auf eine Reise begibt, nicht mehr anwesend scheint. In feinen Nuancen, mit körperlicher Präsenz und emotionaler Klarheit, machten sie sichtbar, wie Identität Stück für Stück erodiert, wie Erinnerungen verblassen und das Vertraute fremd wird. Besonders eindrucksvoll war das Wechselspiel der beiden Figuren: mal harmonisch, mal widersprüchlich, mal verzweifelt ringend um Orientierung.

Regie und Bühnenbild verzichteten bewusst auf große Gesten. Stattdessen dominierten Licht, Stimme und Bewegung – reduziert, konzentriert, eindrücklich. Gerade diese Einfachheit machte die Darstellung so unmittelbar und erschütternd. Das Publikum reagierte spürbar bewegt. Nach dem letzten Lichtwechsel herrschte zunächst Schweigen, dann brach herzlicher, langer Applaus los. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer wirkten nachdenklich, manche sichtbar ergriffen.

Im Anschluss standen die Schauspielerinnen sowie der Organisator, der Pflegestützpunkt des Landkreises Forchheim, gemeinsam mit den Beraterinnen der Fachstellen für pflegende Angehörige und der Compass Private Pflegeberatung zum Gespräch bereit. In einer offenen, respektvollen Atmosphäre nutzten viele Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen zu teilen und sich über Unterstützungsangebote zu informieren.

„Das Ich verreist“ ist kein leichtes Stück – aber eines, das bleibt. Es führt vor Augen, wie sehr die Krankheit Alzheimer nicht nur das Gedächtnis, sondern das Wesen eines Menschen betrifft – und es tut dies mit einer seltenen poetischen Kraft. Ein Abend, der noch lange nachwirkt.

Forchheim, 14.11.2025
Pressestelle

Bild vergrößern: Das ich verreist - Ein bewegendes Theater © Landratsamt Forchheim
Die beiden Schauspieler, die "Das Ich" als Sammler und als Ordner verkörpern