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Kultur- und Sportamt des Landkreises Forchheim


St. Gereon Forchheim







Die Kapelle wird als eine
Stiftung des Forchheimer Bürgers Georg Walrab in einer Urkunde vom 28.
April 1515 erstmals erwähnt. Ihr Stifter verfügte, dass in der in einem
Garten im Alten Bach  gelegenen Kapelle ein Altarbenefizium errichtet
werden solle. Der dem Kollegiatsstift St. Martin unterstellte Vikar von
St. Gereon musste wöchentlich drei Messen lesen, die Sonntagsmesse als
Seelenmesse für den Stifter. Georg Walrab ist vor 1524 verstorben, das
eigenständige Benefizium hielt sich nur etwa 20 Jahre.


Als die Franziskaner im Jahr 1653 in Forchheim einzogen, wurde
diesen zunächst St. Gereon mit dem dazugehörigen Wohnhaus zur Verfügung
gestellt. Nachdem sie sich ein eigenes Kloster mit Sakralgebäude
errichtet hatten, verwesten wieder Stiftsgeistliche von St. Martin die
Kapelle.


Die wirtschaftliche Prosperität der Barockzeit kam auch St.
Gereon zu Gute. Katharina Sophie von Eyb, die Schwester des
Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, stiftete 1695
wieder eine Messe. Für diese Dame wurde 1685 das daneben liegende
Gebäude errichtet, das ab 1694 zum fürstbischöflichen Amtshaus
umfunktioniert wurde, dabei blieb es den Stadtschultheißen
beziehungsweise Oberamtmännern als Amts- und Wohnsitz vorbehalten.

Das Gotteshaus wurde 1805 profaniert und durch die Stadt
Forchheim zu einem Magazin bestimmt. Von 1852 bis 1896 diente es der
evangelischen Gemeinde Forchheim als Gotteshaus. Diese Interimslösung
währte vier Jahrzehnte bis zur Ablösung durch die dann fertiggestellte
St. Johannis-Kirche.


St. Gereon wurde daraufhin erneut profaniert und von der Stadt
dem Marktmeister zur Deponierung der Marktbauten überlassen. Die
ehemalige Kapelle verfiel zusehends, so dass die Stadt durch die
Regierung von Oberfranken 1910 ermahnt wurde, umgehend eine
Instandsetzung in die Wege zu leiten.


Nach notdürftigsten Reparaturen wurde das Gebäude in der Not der
Nachkriegszeit von 1919 bis zum Jahr 1927 der Sanitätskolonne vom Roten
Kreuz zur Nutzung überlassen. Die Kolonne verließ das Kapellengebäude
erst, als das neue Kolonnenhaus in der Hornschuchallee 20, heute
VHS-Zentrum, fertig gestellt worden war. Daraufhin wurde die Kapelle der
katholischen Kirchengemeinde St. Martin unentgeltlich übereignet. Diese
ging ab 1934 daran, das Gebäude instandzusetzen und zu nutzen. Die
Kapelle diente in der Folgezeit als Depot für Devotionalien und als
Versammlungsraum. Nur unmittelbar nach dem Krieg diente der Raum dem
Flüchtlingswesen als Lagerraum.


Im Sommer 1947 beantragte Prälat Sextl die Kapelle in ein
Jugendheim umzufunktionieren. Nach in den Jahren 1947/48 erfolgtem Umbau
fungierte das Gebäude bis in die siebziger Jahre als
Jugendbegegnungstätte, im Volksmund Gereonsheim genannt.


Von 1979 bis 2006 blieb die profanierte Kapelle ohne Nutzung, bis
der Landkreis Forchheim das Gebäude mit Hilfe der EU-Maßnahme
LEADERplus, der Oberfrankenstiftung und der Sparkasse Forchheim zu einem
Kulturzentrum umgestaltete.

[ Aufgabenbereiche > Kultur- und Sportamt > St. Gereon ]